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Wein, Kondome und Feigen sind nicht immer vegan


Versteckte tierische Inhaltsstoffe

Wein, Kondome, Feigen: Diese Produkte sind nicht (immer) vegan

Neben Käse sind auch Feigen und Wein Lebensmittel, die potenziell nicht vegan sind.

Neben Käse sind auch Feigen und Wein Lebensmittel, die potenziell nicht vegan sind.

© Quelle: Nati / Pexels

Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milchprodukte und auch keine Eier: Wer das berücksichtigt, hat es mit der veganen Ernährung gar nicht so schwer. Doch in manchen vermeintlich veganen Produkten stecken wider Erwarten tierische Inhaltsstoffe – und auch im Herstellungsprozess kommen mitunter tierische Produkte zum Einsatz.

Talisa Moser

Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft am besten nur Produkte mit dem Vegan-Siegel. Denn manchmal verstecken sich auch in vermeintlich pflanzlichen Nahrungs- und Lifestyleprodukten Inhaltsstoffe, die nicht für Veganerinnen und Veganer geeignet sind. Auch im Herstellungsprozess kann sich so manch tierisches Produkt hineinmogeln und so – streng genommen – beim ein oder anderen Produkt dafür sorgen, dass es nicht mehr vegan ist.

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Wein: Hilfsmittel tierischen Ursprungs für die Herstellung zugelassen

Weinerzeugnisse werden grundsätzlich aus vergorenen Trauben hergestellt und sind somit eigentlich vegan. Was viele jedoch nicht wissen: Um den Wein zu klären oder zu schönen, das heißt von Trübstoffen zu befreien, ihn geschmeidiger zu machen und zu stabilisieren, sind hierzulande auch Hilfsmittel tierischen Ursprungs zugelassen. Dazu gehören Hühnereiweiß, Milchprodukt oder auch Gelatine.

Da es sich hierbei um technische Hilfsmittel handelt, die nach der Produktion wieder entfernt werden, müssen sie auf dem Etikett anschließend nicht deklariert werden. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, kauft am besten einen Wein mit entsprechendem veganen Siegel.

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Kondome: Kasein kann in Produktion zum Einsatz kommen

Auch in Kondomen können sich tierische Inhaltsstoffe verstecken. Zwar werden sie konventionell aus der Latexmilch des Kautschukbaums hergestellt und sind somit vegan. In der Produktion kommt jedoch nicht selten ebenfalls Kasein als Bindemittel zum Einsatz – das Hauptprotein von Milch. Kondome, die wir anschließend im Laden kaufen, sind selbst zwar frei von Kasein, durch die Verwendung in der Herstellung sind sie dennoch nicht mehr vegan. Es gibt allerdings Hersteller, die spezielle vegane Kondome anbieten.

Chips: tierische Produkte in Gewürzen und Aromen

Frittierte, hauchdünne Kartoffelscheiben – was soll daran nicht vegan sein? In Chips und Co. sorgen vor allem die Gewürze und Aromen häufig dafür, dass das Produkt nicht mehr vegan ist. Zutaten wie Butterreinfett, tierisches Lab oder tierische Aromen wie Wild, Geflügel oder Fisch machen die Knabbereien zu einem nicht veganen Produkt. Doch auch versteckte Inhaltsstoffe wie etwa der Stoff Emulgator E471, der häufig aus tierischen Fetten gewonnen wird, oder undefinierte Aromen sollten Veganerinnen und Veganer hellhörig werden lassen.

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Analogfotos: glänzende Beschichtung aus Gelatine

Auch in der Fotografie werden tierische Inhaltsstoffe eingesetzt. Fotofilme in Analogkameras, Polaroidbilder oder Fotopapier enthalten häufig eine glänzende Beschichtung. Diese wird in der Regel aus Gelatine hergestellt und ist somit nicht vegan. Der Knochenleim wird zur Verklebung genutzt, um die Fotos auf dem Papier zu befestigen.

Fruchtsäfte: Tierische Produkte werden oft zur Klärung eingesetzt

Genauso wie bei Wein wird auch in der Saftproduktion häufig zur Klärung der Säfte auf tierische Produkte gesetzt, zum Beispiel Gelatine. Meist wird dies auf den Endprodukten allerdings nicht gekennzeichnet. Vegane Säfte werden statt mit von Tieren stammenden Hilfsmitteln beispielsweise mit Aktivkohle oder der Mineralerde Bentonit geklärt.

Make-up-Pinsel: Borsten sind nicht immer vegan

Für viele vielleicht ebenfalls überraschend ist, dass auch Pinsel zum Auftragen von Rouge, Lidschatten und Make-up nicht immer vegan sind. Zwar werden heutzutage in erster Linie synthetische Borsten verarbeitet, doch gibt es immer noch Naturhaarpinsel, die etwa aus den Haaren und Borsten verschiedener Tierarten hergestellt werden. Dabei kommt das Fell von Eichhörnchen, Wildschweinen, Pferden und Ziegen besonders häufig zum Einsatz.

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Zucker: teilweise mit Tierkohle gefiltert und entfärbt

Das natürliche Süßungsmittel wird aus Pflanzen wie der Zuckerrübe oder dem Zuckerrohr gewonnen und ist somit eigentlich vegan. Was viele nicht wissen: Um raffinierten Zucker, also weißen Zucker, herzustellen, muss dieser gefiltert und entfärbt werden. Dafür werden unter anderem Stoffe wie Tierkohle eingesetzt. Gerade Produkte aus dem Ausland können aus diesem Grund häufig nicht vegan sein. Wer Zucker aus Deutschland kauft, kann sich allerdings sicher sein, dass dafür keine Tierkohle verwendet wird, da hierzulande andere Produkte zur Filterung eingesetzt werden.

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Zigaretten: Klebemittel besteht mitunter aus Shellack oder Hämoglobin

Rauchen ist ungesund, keine Frage. Aber dass Zigaretten teilweise nicht einmal vegan sind, ist den Wenigsten bekannt. Grund dafür können je nach Hersteller Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs wie Shellack oder Hämoglobin sein. Shellack wird aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen und dient in manchen Zigaretten als Klebemittel. Der Inhaltsstoff Hämoglobin wird teilweise für Zigarettenfilter benutzt. Er stammt aus den roten Blutkörperchen von Wirbeltieren, in der Regel wird er aus Schweineblut gewonnen.

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Feigen: In jeder Frucht steckt eine Wespe

Die vegane Ernährung stützt sich in erster Linie auf Obst und Gemüse, welches selbstverständlich vegan ist. Eine Ausnahme bildet streng genommen allerdings die Feige. Die sogenannte echte Feige verfügt nur über weibliche Blüten und benötigt zur Fortpflanzung neben männlichen Pollen auch eine bestimmte Wespenart als Bestäuber. Letztere verendet beim Hineinkriechen in den engen Fruchtkörper, nachdem sie ihre Eier abgelegt hat. Danach werden die toten Feigenwespen im Inneren durch ein Enzym namens Ficin zwar komplett zersetzt, dennoch steckt streng genommen in jeder Feige eine Wespe.

Kerzen: tierische Inhaltsstoffe in manchen Arten

Klar, Kerzen aus Bienenwachs haben einen tierischen Ursprung und können somit nicht als vegan deklariert werden. Doch auch in anderen Kerzen können tierische Inhaltsstoffe stecken. So werden Stearinkerzen häufig nicht ausschließlich aus pflanzlichen Fetten, sondern auch aus Stearinsäure aus Schweinemägen oder Rindertalg hergestellt. Auch in Duft- oder Zusatzstoffen können tierische Produkte stecken.

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Author: Christine Page

Last Updated: 1703186762

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Name: Christine Page

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